Styroporschneider

Der Styroporschneider schmilzt das Material mit einem glühenden Draht, deshalb bleiben weder Kügelchen noch Staub zurück und die Kante ist gleich nach dem Schnitt glatt. Der Widerstandsdraht wird nach Durchmesser gewählt, ein dünnerer ergibt eine schmalere Fuge, und gespannt bleibt er im Schnitt senkrecht. Die Temperaturregelung entscheidet über die Sauberkeit der Kante, denn ein überhitzter Draht weitet die Fuge und ein kalter hakt in der Platte. Heißer Draht funktioniert nur bei EPS und XPS, für Polyurethan, PIR und Mineralwolle taugt er nicht.

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Styroporschneider

Der Styroporschneider arbeitet nicht spanend, sondern schmilzt das Material mit einem glühenden Draht, deshalb bleiben weder Kügelchen noch Staub zurück. Säge oder Messer bröseln das Styropor und die Kante bricht aus, der heiße Draht dagegen hinterlässt einen glatten und geraden Schnitt gleich in der endgültigen Form. Zum Einsatz kommt er vor allem bei der Fassadendämmung, wo Platten gekürzt und um Laibungen und Ecken herum angepasst werden. Kleinere Modelle nutzen Modellbauer, Schilderhersteller und Werkstätten für Ausschnitte in Verpackungseinlagen.

Das schneidende Teil ist der Widerstandsdraht, meist aus einer Nickel-Chrom-Legierung oder aus Kanthal. Der Durchmesser bewegt sich zwischen 0,5 und 0,8 mm, ein dünnerer Draht ergibt eine schmalere Fuge und eine genauere Kante. Der Draht muss gespannt sein, denn ein lockerer biegt sich im Schnitt nach hinten und die Kante wird nicht mehr senkrecht. Es handelt sich um ein Verschleißteil, das mit der Zeit länger wird und durchbrennt, deshalb kauft man Ersatzstücke im Voraus.

Über die Schnittqualität entscheidet die Temperaturregelung, mit der die Spannung am Draht verändert wird. Ein zu heißer Draht schmilzt mehr Material weg, die Fuge weitet sich und die Kante bleibt wellig. Ein zu kalter Draht hakt in der Platte und der Schneider muss geschoben werden, was zu einem schiefen Schnitt führt. Die richtige Einstellung erkennt man daran, dass der Draht mit dem eigenen Gewicht ohne Halt durch die Platte geht.

Die Bauarten unterscheiden sich vor allem darin, wie lang der Schnitt ausfallen darf, deshalb achtet man auf die Drahtlänge. Handschneider mit einem Draht um zwanzig Zentimeter kommen durch eine übliche Dämmplatte und schaffen auch Ausschnitte und Details. Bogen- und Tischmodelle spannen den Draht über einen Rahmen von fünfzig bis hundert Zentimetern und trennen die ganze Platte auf einmal. Ständerschneider für Fassaden arbeiten mit einem Arm über einem Meter und neigen den Draht im Winkel für Schrägkanten.

Heißer Draht funktioniert nur bei thermoplastischen Schäumen, also bei weißem EPS und extrudiertem XPS. Polyurethan- und PIR-Platten sowie Mineralwolle lassen sich so nicht schneiden, weil sie nicht schmelzen, sondern nur verbrennen. Beim Schneiden entstehen Dämpfe, deshalb arbeitet man im Freien oder am offenen Fenster und mit Absaugung, sofern vorhanden.