Stichsägen und Säbelsägen

Die Stichsäge schneidet Kurven, Ausschnitte und genaue gerade Schnitte in Platten, die Säbelsäge reißt ab und kürzt Rohre, Paletten und Äste. An der Stichsäge beschleunigt die Pendelhubfunktion den Vorschub im Holz, abgeschaltet hinterlässt sie eine saubere Kante auf Laminat und Furnier. An der Säbelsäge entscheidet der Hub, und das Blatt sitzt in einer universellen Halbzoll-Aufnahme, lässt sich also markenübergreifend verwenden. Die Zähne pro Zoll richten sich nach dem Material, von sechs für Holz bis vierundzwanzig und mehr für Stahl.

Stichsägen und Säbelsägen

Stichsäge und Säbelsäge arbeiten nach demselben Prinzip, dienen aber verschiedenen Zwecken. Die Stichsäge führt das Blatt durch eine auf das Material gestützte Fußplatte, deshalb schafft sie Kurven, Ausschnitte und genaue gerade Schnitte in Platten. Die Säbelsäge führt das Blatt gar nicht und verlässt sich auf die Kraft des Anwenders, womit sie für Abbruch und für Rohre, Paletten und Äste taugt. Wer Möbel und Platten auf Maß zuschneidet, greift zur Stichsäge, wer demontiert und auslichtet, schätzt die Säbelsäge.

Den Schnitt der Stichsäge verändert die Pendelhubfunktion am stärksten, also die Vorwärtsbewegung des Blatts im oberen Teil des Hubs. Ausgeschaltet ergibt der Pendelhub einen langsamen und sauberen Schnitt, wie ihn Kurven, Laminat und Furnier verlangen. Die drei Pendelstufen beschleunigen dagegen den Vorschub in dickem Weichholz, die Kante franst dabei aus. Die Fußplatte lässt sich an den meisten Geräten bis fünfundvierzig Grad neigen, damit gelingt auch der Gehrungsschnitt.

An der Säbelsäge entscheidet die Hublänge, denn sie bestimmt, wie viel Material das Blatt mit einer Bewegung abträgt. Geräte um zwanzig Millimeter reichen für Rohre und dünne Profile, ein Hub über achtundzwanzig Millimeter gehört zu Abbruch und Stammschnitt. Das Blatt sitzt in einer universellen Halbzoll-Aufnahme und lässt sich markenübergreifend verwenden. Ein zu langes Blatt biegt sich im Schnitt durch, deshalb wählt man es nur wenig länger als die Materialstärke.

Ob das Blatt schneidet oder nur reibt, entscheiden die Zähne pro Zoll zusammen mit dem Blattwerkstoff. Sechs bis zehn Zähne pro Zoll gehören zu Holz und zügigem grobem Vorschub, vierzehn bis achtzehn zu Kunststoff und Weichmetall. Über vierundzwanzig Zähne werden Stahl und Edelstahl geschnitten, wo immer mindestens drei Zähne im Eingriff stehen müssen. Bimetallblätter vertragen Biegung wie Hitze, für Holz mit Nägeln und für die Demontage lohnt sich deshalb nichts anderes.

Die Drehzahlregelung erlaubt es, für Kunststoff und Metall herunterzugehen, wo ein schnelles Blatt das Material eher schmelzen als trennen würde. Die werkzeuglose Schnellspannung verkürzt den Blattwechsel auf Sekunden, und ein Blatt mit T-Schaft passt in die Stichsäge nur in einer Richtung. Absaugung und Spanreißschutz halten den Schnitt sauber, an der Stichsäge lohnt es sich trotzdem, die Sichtseite der Platte nach unten zu legen.