Modellbau- und Minisägen

Balsa, dünnes Sperrholz, Kunststoff und Messing schneiden Modellbau- und Minisägen dort, wo eine gewöhnliche Säge das Material zerbricht. Minisägen haben ein breites, steifes Blatt für gerade Schnitte, U-förmige Laubsägen dagegen ein dünnes Wechselblatt für Kurven und Ausschnitte. Die Zähne pro Zoll liegen bei Modellbausägen zwischen dreißig und sechzig, Laubsägeblätter werden von acht bis acht Nullen nummeriert. Das Blatt wird mit den Zähnen zum Griff hin eingesetzt, denn die Laubsäge schneidet ziehend nach unten.

Modellbau- und Minisägen

Dort, wo eine gewöhnliche Säge das Material zerbricht oder nicht hineinpasst, kommen Modellbau- und Minisägen zum Zug. Die erste Gruppe bilden Minisägen mit steifem, breitem Blatt, die einen geraden Schnitt in Balsa, dünnes Sperrholz und Kunststoff ziehen. Die zweite bilden U-förmige Laubsägen, in die ein dünnes Wechselblatt für Kurven und Ausschnitte eingespannt wird. Die Laubsägeausführung nutzen vor allem Juweliere und Goldschmiede, weil sie auch durch Silber und Messing geht.

Den Unterschied zwischen beiden Gruppen macht die Blattbreite, denn sie entscheidet, ob der Schnitt gerade oder im Bogen läuft. Ein breites und steifes Blatt weicht im Material nicht aus und hält die Linie auch ohne Anschlag. Ein dünnes Blatt im Bügel lässt sich in jede Richtung drehen und kommt durch enge Kurven. Wer beides braucht, kauft beide Sägen, denn die eine ersetzt die andere nicht.

In dünnes Material gehört eine möglichst feine Verzahnung, deshalb achtet man auf die Zähne pro Zoll. Modellbausägen haben dreißig bis sechzig Zähne pro Zoll, was auch in einem Millimeter Sperrholz eine glatte Kante hinterlässt. Laubsägeblätter werden stattdessen von acht bis acht Nullen nummeriert, wobei acht das gröbste und acht Nullen das feinste bezeichnet. Die Regel von drei Zähnen im Eingriff gilt auch hier, sonst bricht ein Zahn an der Kante aus.

Die Laubsäge funktioniert nur, wenn die Blattspannung ausreicht, denn ein lockeres Blatt verdreht sich und bricht. Der Bügel wird vor dem Festziehen leicht zusammengedrückt, das Blatt an beiden Enden geklemmt und spannt sich beim Loslassen selbst. Bei verstellbaren Bügeln ändert sich auch die Tiefe, also wie weit von der Kante entfernt geschnitten werden kann. Ein Stahlbügel hält die Spannung besser als ein Aluminiumbügel, ist dafür schwerer und macht sich bei langer Arbeit bemerkbar.

Das Blatt der Laubsäge wird mit den Zähnen zum Griff hin eingesetzt, denn der Schnitt erfolgt ziehend nach unten. Drücken bringt nichts, die Säge führt sich mit dem eigenen Gewicht, und das Tempo gibt die Zuglänge vor, nicht die Kraft. Für Metall wird das Blatt mit Bienenwachs eingerieben und das Werkstück auf einen ausgeschnittenen Feilnagel gelegt, sonst biegt sich das dünne Teil.